Erziehungsgutschriften

Die Höhe der Leistungen von AHV und IV hängt vom versicherten Verdienst und von der Anzahl der Beitragsjahre ab. Beitragslücken können empfindliche Rentenkürzungen mit sich bringen. Seit der 10. AHV-Revision werden die Renten von Eheleuten gesplittet, d.h. separat berechnet (s. dazu Art. 29quinquies AHVG). Damit insbesondere derjenige Elternteil, der sich nach einer Scheidung um die Kinder kümmert, durch das Splitting nicht benachteiligt wird, sieht das Gesetz besondere Erziehungsgutschriften vor. Die betroffene Person wird so gestellt, wie wenn sie während der Betreuungszeit ein Lohneinkommen erzielt hätte (Art. 29sexies AHVG).

 

Verbleibt die elterliche Sorge bei der Scheidung als Normalfall bei beiden Ehegatten, so werden die Erziehungsgutschriften grundsätzlich hälftig geteilt; wird die elterliche Sorge dagegen ausnahmsweise einem Ehegatten alleine zugeteilt, so kommen ihm automatisch auch die Erziehungsgutschriften zu.

 

Meistens weichen die Betreuungsanteile der Eltern aber auch bei gemeinsamer elterlicher Sorge erheblich voneinander ab. Dann müssen die Erziehungsgutschriften unbedingt durch schriftliche Vereinbarung demjenigen Elternteil zugewiesen werden, der die Hauptlast trägt (Art. 52f Abs. 2bis AHVV).