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StGB 59, StGB 65 Abs. 1, EMRK 5 Ziff. 1
Art. 65 Abs. 1 StGB. Nachträgliche Anordnung einer stationären Massnahme gemäss Art. 59 StGB nach faktisch vollständiger Verbüssung der rechts-kräftig ausgefällten Freiheitsstrafe. Vereinbarkeit mit Art. 5 Ziff. 1 EMRK. Anforderungen an die Verhältnismässigkeit der stationären Massnahme.
06.08.2010
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UK100078
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Obergericht des Kantons Zürich
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III. Strafkammer
Details
Die nachträgliche Anordnung einer stationären Massnahme nach Art. 59 StGB lässt sich auf Art. 5 Ziff. 1 lit. a und e EMRK stützen (E.III.2.).An die Verhältnismässigkeit einer nachträglich angeordneten stationären Mass-nahme gemäss Art. 59 StGB nach faktisch vollständiger Verbüssung einer rechts-kräftig ausgefällten Freiheitsstrafe sind angesichts des dazu notwendigen Eingriffs in die Rechtssicherheit hohe Anforderungen zu stellen. Eine leicht- bis mittelgra-dige Rückfallgefahr bezüglich Raub- und Sexualdelikten rechtfertigt keine nach-trägliche Anordnung einer stationären Massnahme gemäss Art. 59 StGB(E.III.3.,4.,6.,7.).Eine ambulante Massnahme kann gestützt auf Art. 65 Abs. 1 StGB nicht nach-träglich angeordnet werden (E.III.8.).
Obergericht des Kantons Zürich
III. Strafkammer
Beschluss
06.08.2010
UK100078
StGB 59
StGB 65 Abs. 1
EMRK 5 Ziff. 1
Zitiervorschlag:
OGer ZH XX110001 vom 01.01.2011
